Neuigkeiten aus dem Bereich Internationale Kontakte/Incoming:


IMG 2310Wir freuen uns, sechs spanische Auszubildende an unserer Schule empfangen zu dürfen. Unsere Gäste aus den Regionen Andalusien und La Rioja absolvieren ein zweimonatiges Auslandspraktikum im Rahmen des Programms Leonardo da Vinci.

Wir danken allen Beteiligten.

 

 



Unserer besonderer Dank gilt den aufnehmenden Unternehmen:

HannIT, Künstlerbüro Hannover, More-Tourism, Stephanstift, Travelcontact Reisen & Vamos Eltern-Kind-Reisen GmbH.

 

 

Ein Teil unserer spanischen Gäste zusammen mit SchülerInnen der BBS14 beim Welcome Dinner am 18.04.2012.

 



Outgoing:

Vivienne, Schülerin der BBS 14 und angehende Reiseverkehrskauffrau absolviert gegenwärtig im Rahmen des Programms Leonardo da Vinci ein dreimonatiges Auslandspraktikum bei dem englischen Spezialreiseveranstalter Traveleyes International. Wir wünschen ihr weiterhin viele neue berufliche Erfahrungen und Erkenntnisse.

 

Kirsten Groth berichtet über ihren Englandaufenthalt und gibt auch Informationen zur finanziellen Ausgestaltung des Programms Leonardo Da Vinci.

Abschlussbericht England 22. Juli 2012 bis 1. Sept. 2012 – Kirsten Groth

Die Anreise

Der Tag der Anreise nach England begann sehr entspannt und stressfrei, da meine beste Freundin mich zum Flughafen brachte. Das Einchecken war schnell erledigt, und die Zeit zum Boarding verbrachten wir angenehm mit Kaffee und Brötchen. Der Flug ging dank meiner Sitznachbarin, einer deutschen Dame, die schon seit einigen Jahre in England lebt, mit interessanten Gesprächsthemen schnell vorbei.

Die Ankunft in England (Birmingham)

Nachdem ich meinem Koffer vom Rollband genommen hatte, wurde ich in der Empfangshalle schon von Jenny erwartet. Ab nun sprachen wir nur noch Englisch. Jenny erzählte mir während der Autofahrt die wichtigsten Details über die nächsten Tage und brachte mich zu meiner Gastfamilie. Bevor wir mein neues Zuhause in Lichfield erreichten, zeigte mir Jenny die Sprachschule, wo am Montag der Unterricht beginnen sollte.

Cindy und Steve empfingen mich herzlich. Da Larissa, die ebenfalls das Programm Leonardo Da Vinci nutzte und die Woche vor mir bei Cindy und Steve verbracht hatte, noch anwesend war, konnten wir uns austauschen. Den Nachmittag verbrachten wir gemeinsam mit Larissas Freund, einem Franzosen aus der Sprachschule.

Abends, nachdem Larissa zur neuen Gastfamilie gefahren war, wurde mir etwas zu essen zubereitet. Den Samstagabend verbrachte ich mit dem Franzosen in verschiedenen Pubs und Clubs.

Am Tag 2 bin ich direkt nach dem Frühstück nach Birmingham gefahren. Nach ca. 35 Minuten Zugfahrt kam ich in der Großstadt an. Mit Sightseeing, einer Bootstour und Shopping ging der Tag schnell vorbei. Außerdem war ein indisches Festival ein beeindruckendes Highlight.

Die nächsten Tage begannen mit drei Stunden Sprachschule täglich. Diese dauerten von 10 bis 13 Uhr, sodass mir genug Freizeit blieb. Nach der Schule wurden die Nachmittage der nächsten zwei Wochen dann meist am See oder in einem Café bei strahlendem Sonnenschein verbracht. Einige Male bin ich nach Birmingham gefahren oder habe andere kleine Städte in der Umgebung erkundet, dies meist in Begleitung der Leute aus der Sprachschule.

Details zur Unterkunft bei Cindy und Steve

Das Haus war sehr ordentlich und sauber. In meinem Zimmer, etwa 8 qm groß, gab es einen Schreibtisch, einen Kleiderschrank und einen Fernseher mit Sky-Anschluss. Frühstück bereitete ich mir selbst zu. Es bestand ganz typisch aus Weizentoast und Marmelade oder Cornflakes. Am Abend erhielt ich meist eine warme Mahlzeit.

Details zur Sprachschule

Es wurde viel frei gesprochen; außerdem gab es Aufgaben zu verschiedenen Themen, z. B. Grammatik, Geschäftsbriefe, Business English, Wortschatz/Begrifflichkeit, richtige Aussprache und Betonung. Am meisten haben mich die Themen „English Sound“ und „Reading comprehension“ interessiert, da mir diese bisher nicht geläufig waren.

Allgemein kann ich sagen, dass ich gern zur Schule gegangen bin, da der Unterricht viel Spaß gemacht hat.

Nach zwei Wochen Sprachschule in Lichfield, welche wie im Fluge vergingen, lernte ich meine neue Familie, die in einem kleinen Ort namens Tipton lebt, kennen. Diese bestand aus einer jungen Frau mit einem Kind (13 Jahre) und lebte in einem schönen, sauberen, modernen und schrill pink eingerichteten Haus. Da ich tagsüber in Wolverhampton und am Wochenende in verschiedenen Städten Englands war, habe ich dort nur wenig Zeit verbracht.

Das Essen (Frühstück und Lunch) habe ich mir selbst zubereitet. Dazu konnte ich mich am Kühlschrank bedienen. Ich habe es sehr geschätzt, dass immer viel frisches Obst vorhanden war, sodass ich mir immer etwas für den Arbeitstag mitnehmen konnte. Etwas unpraktisch war, dass ich jeden Tag einen langen Arbeitsanweg hatte - 20 min Laufweg zur Bahnstation in Tipton, meist 10 min auf die verspätete Bahn warten, 15 min Bahnfahrt (£ 2,80/Tag) und 20 min zur Arbeit laufen. Schwierig war auch abends auszugehen, da in Tipton nichts los ist. So bin ich oft in Wolverhampton geblieben und musste bei einer Kollegin schlafen, da meine letzte Bahn bereits um 23 Uhr fuhr. Dies ist allerdings auch die einzige negative Erfahrung meines gesamten Aufenthalts in England.

Zum Praktikum im Unternehmen „Haven Wolverhampton“

Der erste Tag meines Praktikums, ein Montag, war sehr entspannt: Meine Betreuerin erzählte mir viel über die Firmenpolitik und die vergangenen Events; danach habe ich mich in verschiedene Projekte eingelesen und mich durch die Website geklickt. Nach einer halben Stunde Mittagspause besuchten wir drei verschiedene Gebäude von „The Haven Wolverhampton“, und mir wurden ungefähr 20 Leute vorgestellt mit dem zugehörigen Bereich und ihren Aufgaben. Danach bekam ich eine kurze IT-Schulung mit Zugangsdaten für den Computer sowie verschiedene Leitfäden zum Unterschreiben.

Die nächsten Tage half ich bei der Organisation einer Ausstellung, welche Ende der Woche stattfinden sollte. Ich druckte verschiedene Flyer und Poster aus und schrieb E-Mails. Außerdem habe ich in meinen vier Wochen, die ich bei The Haven verbringen durfte, die Organisation für ein im Oktober geplantes Event unterstützt. So plante ich z. B. verschiedene Aktionen, die an diesem Event stattfinden sollten (Zumba-Warm-up, Verkauf von Cupcakes, Beauty-Behandlungen, Fußmassagen, Schmink-Aktionen, Losverkauf).

Die umfassendste Aufgabe war, passende Sponsoren für dieses Event zu finden. So fragte ich verschiedene Unternehmen an nach einer Kooperation (Gutscheine, Spenden, Givis, Personensupport). Dies war zuerst eine große Herausforderung, da ich komplett auf mich alleine gestellt war und das Unternehmen sowie das Event „Walk a Mile with Women Shoes“ auf Englisch beschreiben und zudem die passende Sponsoringhilfe anfragen musste. Allerdings macht Übung den Meister, und je mehr Zusagen ich bekam, desto sicherer wurde ich. Ich bin glücklich darüber, dass ich mich in meinen nur vier Wochen bei „The Haven“ so gut einbringen konnte und mir viel Vertrauen geschenkt wurde.

Außerdem durfte ich in der dritten Woche mein eigenes Event planen: eine Tea-Party im Vintageshop mit hausgemachten Cupcakes. Wir gestalteten den Vintageshop von „The Haven“ elegant; alle Mitarbeiter/-innen trugen Vintagekleidung, und es wurde laute Musik aus den 80ern gespielt. Alle Besucher/-innen erhielten kostenlos Tee serviert (selbstverständlich in schönen Vintage-Tassen), und sie konnten hausgemachte Cupcakes für einen £ 1 kaufen.

Das Event war sehr erfolgreich; wir bekamen viel positives Feedback, verkauften 60 Cupcakes und zählten mehr als 250 Besucher/-innen; außerdem lenkten wir die Aufmerksamkeit auf den sonst etwas unscheinbaren Shop.

Arbeitsklima

Im Büro wird sehr leise und konzentriert gearbeitet, und es herrscht ein freundschaftliches Klima. Es wurde fast jeden Tag eine Geburtstagskarte geschrieben und Geld für ein individuelles Geschenk gesammelt. Außerdem ist es üblich, alle Kollegen zu fragen, ob sie einen Kaffee/Tee wollen, wenn man selber gerade einen zubereiten will. So kann es vorkommen, dass man bis zu zehn Becher mit Kaffee und den individuellen Wünschen mit Zucker und Milch zubereitet. (für die Zucker/ Milch-Mengen gibt es eine Liste in der Küche).

Nach der Arbeit trifft man sich mit Arbeitskollegen und Freunden. So verbrachten wir häufig den Feierabend bis in die Nacht in einem Pub, besuchten ein Salsa-Event, oder es wurde eine Barbecue-Party veranstaltet. Ich erlebte viele schöne, spaßige, gesellige Abende und lernte viele Leute aus verschiedenen Nationen kennen.

Freizeit

Mein Ziel war es, so viel zu reisen, wie es mir möglich war. So plante ich meine Wochenenden die Woche über. Da ich für diese Zwecke ein wenig Geld gespart hatte, war es auch finanziell machbar, folgende Städten zu erkunden: London, Bristol, Stafford, Liverpool, Birmingham, Manchester und verschiedene Städte innerhalb des Nationalparks Lake District.

Nahverkehr

Als Transportmittel war der Zug am besten und außerdem auch bezahlbar (ca. £ 35 -£ 40 für Hin-und Rückfahrt); ansonsten gab es aber auch die Möglichkeit, einen Coach (Bus) zu nehmen. Der Coach ist meist günstiger, kann dafür aber die doppelte Fahrzeit in Anspruch nehmen. Beide Nahverkehrsmittel sollten im Voraus gebucht werden, je früher, desto günstiger. Die Taxipreise sind mit denen in Deutschland vergleichbar.

Finanzen

Als Unterstützung gab es 1700 Euro vom Leonardo da Vinci-Programm; davon gingen 380 Euro an die Agentur ETS, 270 Euro an die Sprachschule und 954 Euro an die Gastfamilie für die Unterbringung (sechs Wochen). Der Flug inkl. Gepäck kostete 181 Euro, und die Fahrkarten zur Arbeit 56 Euro, d. h. für die Fixkosten gab ich 141,00 Euro aus.

Kaffee, Snacks und Lunch kosteten mich etwa 200 Euro in sechs Wochen.

Ansonsten ist zu sagen, dass das Leben in England teurer ist als in Deutschland; aber das ist ja bekannt. Häufig ist der Preis eines Artikels mit derselben Ziffer wie in Deutschland ausgezeichnet; allerdings darf man nicht vergessen, dass der £-Kurs ein anderer ist. (1,00 Pfund = 1,263 Euro).

Fazit

Ich würde jedem empfehlen, das Programm Leonardo zu nutzen, da dies eine gute Möglichkeit ist, die Sprachkenntnisse zu verbessern und Erfahrung im beruflichen aber auch privaten Bereich zu sammeln.

Außerdem empfehle ich, soviel wie das eigene Budget hergibt, zu reisen. Es ist eine tolle Gelegenheit, verschiedene Städte des Gastlandes zu besichtigen und mehr darüber zu erfahren.