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TK66a auf Großer Fahrt in Prag

Die große Fahrt nach Prag begann vor allem mit einer langen Fahrt, getreu dem heimlichen Motto der Deutschen Bahn - „Der Weg ist das Ziel“. Nachdem wir ohne Probleme immerhin bis nach Braunschweig gekommen sind, machten wir anschließend ein paar Schlenker und Umstiege.

Ein Böschungsbrand im Mai kann ja mal auftreten, wenn unerwarteter Weise die Sonne scheint… So lernten wir zumindest den touristisch sicherlich sehr interessanten Bahnhof von Leipzig kennen. Mit 2 Stunden Verspätung kamen wir dann aber doch in Prag an. Schnell die Zimmer bezogen, und dann ging es auch gleich los zum Essen im „Goldenen Elefanten“. Der Elefant gehört wie der Löwe, das Nashorn, Leopard und der Büffel zu den Big Five auf einer Safari - nur eine kleine touristisch wertvolle Randnotiz. Da wir nun aber ja in Tschechien und nicht in Afrika waren, gab es jetzt Wichtigeres: Knödel, Gulasch und - endlich - ein kühles, echt tschechisches Bier. Dass wir diese Stärkung dringend für den nächsten Tag brauchen würden, wusste zum Glück in diesem Moment noch keiner.

Am Freitag begannen wir den Tag mit einer Stadtführung durch die Altstadt, in der auch unser Hotel lag. Mit der Stadtführerin durchliefen wir die Straßen und lernten den Altstädter Ring und den Wenzelsplatz kennen, zu denen wir noch des Öfteren oder auch zu oft wiederkehren sollten. Nachdem wir schon einige Kilometer gelaufen waren, stand noch am selben Tag die nächste Führung in Eigenorganisation zum Hradschin auf dem Programm. Was klingt wie ein kräftiger Nieser bei einer fiesen Erkältung, ist eine der 4 historischen Teilstädte Prags mitsamt der Prager Burg. Dass diese vom Ufer der Moldau so schön sichtbar ist, musste ja irgendeinen Haken haben. Dieser Haken heißt Alte Schlossstiege  oder auch - kleiner Sprachkurs für alle Sprachtalente - Staré zámecké schody und musste erst einmal bewältigt werden, um die Prager Burg mitsamt prachtvollem Veits-Dom zu besichtigen. Dabei machte vor allem die vom Himmel knallende Sonne zu schaffen, mit so viel sommerlichen Wetter hatte keiner so wirklich gerechnet. Aber beschweren würde sich über so ein tolles Wetter natürlich keiner. Niemals. Auch nicht wenn es echt warm ist… Und man sich bereits mittags nach einer Dusche sehnt… Am Ende des Tages waren wir alle unseren ersten Halbmarathon gelaufen, nur an der Zeit müssen wir noch ein bisschen arbeiten. Aber wir sind ja Touristiker und keine Fitnesskaufleute.

Am Samstag ging es ernster zu, wir besuchten die Gedenkstätte Theresienstadt. Bereits die Inschrift des Torbogens der Kleinen Festung „Arbeit macht frei“ vermittelte einen ersten Eindruck, was uns auf der Führung erwartete. Viel schlimmer war allerdings das, was die Menschen zur NS-Zeit nicht nur hörten, sondern am eigenen Leib erlebten, nachdem sie diesen Torbogen durchquerten. Die weiteren Stationen und Erklärungen auf der Rundtour durch die Anlage machten deutlich, dass ein Häftling - die Kleine Festung diente als Gestapo-Gefängnis - kaum überhaupt die physische und psychische Kraft besessen haben konnten, zu arbeiten. Und Freiheit gehörte nicht zu dem, was über die verrichtete Arbeit erreicht wurde. Nach einigen interessanten, aber auch erdrückenden Einblicken waren wir froh, in den kleinen Bus zu steigen und wieder ein bisschen Abstand zu gewinnen.

Später am Abend ging es zum Schwarzlicht-Minigolf, wo einige Spielregeln missachtet wurden und der Ball auch mal mit dem ersten Schlag im Loch der Nachbarbahn landete - Extrapunkte gab’s dafür leider nicht.

Die netterweise von einem leicht übermotivierten Lehrer ausgearbeitete Stadtrallye (die zugegebenermaßen für eine Klassenfahrtpflichtrallye ganz witzig war…) führte uns noch weitere Kilometer quer durch die Stadt. Da suchten wir das auf dem Boden gebliebene Pferd, um als gute Hannoveraner ein Foto unterm Schwanz zu machen. Später würdigten wir selbstverständlich auch das Gegenstück, das jegliche Bodenhaftung verloren hatte und kopfüber von der Decke einer Einkaufspassage baumelte, mit einem weiteren Selfie.

Durch schamlose Aufgaben wie „Singt Biene Maja vor dem Prager Konservatorium“ wurde so manches ungeahntes Talent entdeckt, durch kleine Einlagen wie einen Rap-Part bekam die eine oder andere Gruppe auch gleich das gebührende Publikum dazu. Und das alles für 5 mickrige Punkte.

Die musikalischen Talente waren mit dieser Aufgabe gefunden, aber das konnte ja noch nicht alles sein - die Lehrer wollten ja schließlich auch ein bisschen Spaß an dieser Rallye haben, zumindest bei der späteren Betrachtung der Ergebnisse. So prüfte eine weitere Aufgabe die akrobatischen Fähigkeiten aller Teilnehmer. Die Aufgabe: Ein Panoramafoto, auf dem jede Person einen Buchstaben eines Wortes formt, jeder darf - und muss - nur einmal zu sehen sein und es müssen alle Seiten des Platzes auf dem Bild verewigt werden.  Kurz zusammengefasst:  4 Seiten, 3-6 Gruppenmitglieder, 1 Wort, 1 Foto. Die Bühne: der Altstädter Ring, schon bekannt durch die Stadtführung am Freitagmorgen. Man sollte meinen, dass diese sportliche Betätigung inmitten der Menschenmassen eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde - aber da muss man sich zwischen all den Brautpaaren und Großgruppenausflügen einer gewissen asiatischen Bevölkerung schon etwas mehr einfallen lassen, um aufzufallen.

Am Sonntag lernten wir noch zwei weitere Teile Prags kennen, das Jüdische Viertel und die Neustadt. Hier wurden wir wiederum von zwei Schülergruppen geführt, früh übt sich für mögliche Karrierechancen nach unserer Ausbildung. Mit einem Blick zurück sahen wir in der ersten Tour das Jüdische Rathaus mit dem kleinen schwarzen Türmchen, Synagogen und den Jüdischen Friedhof - zumindest die Mauern außenrum. In der Neustadt sah dann das eine oder andere Gebäude etwas moderner aus, besonders kreativ waren die Architekten bei dem Tanzenden Haus - Sie im Kleid schmiegt sich an ihn mit Hut. Und das alles im blitzblanken Glasoutfit, das die Sonnenstrahlen reflektiert. Wenn es denn nicht gerade doch mal anfängt zu regnen. Nach unserem inzwischen vollständigen Marathon ging es abends gemeinsam ins Schwarzlichttheater. Oh, sorry, nur „Black Theatre“. Oder so. Aus der Vorstellung Cocktail 012 - Best of der Laterna Magika ging jedenfalls der eine oder andere mit einem Fragezeichen im Gesicht wieder raus. Trotzdem entstanden kleine Diskussionen, welche Szenen die besten waren - Kunst liegt eben im Auge des Betrachters.

Ein Wort, das bisher noch nicht erwähnt wurde und bei dem bei dem der ein oder andere Schüler- na gut vielleicht auch alle- die Augen verdrehen: GRUPPENFOTO! Eins der Wörter, dass wir nach der Klassenfahrt nicht mehr hören können, geschweige denn verkörpern wollen. Aber gut, die Lehrer sollen ja auch mal Ihren Spaß haben. Genauer gesagt, Herr Ehlers will was zu lachen haben. Dass er dabei aber auch mal einen Spaß auf seine Kosten in Kauf nimmt, zeigt die Aufgabe, eine Karikatur der Lehrer anzufertigen. Vielen Dank, Herr Waldmann, dass Sie all das mitgemacht haben. Als Entschädigung gab es ja dafür den Jazzclub, so war für Unterhaltung für jedermann in Prag gesorgt.

Ach, nun ist ja auch schon wieder Montag. Na dann heißt es wohl: Ab nach Hause. Nach dem Auschecken ging es wieder zurück zum Bahnhof- diesmal ohne Reiseleitung- denn nach drei Tagen haben wir als Touristiker ja bereits einen Stadtplan im Kopf abgespeichert. Am Bahnhof angekommen, kam das Thema Zugverspätung gar nicht erst zur Sprache- man könnte ja die bösen Geister herbeirufen! Das Stillschweigen hat sich gelohnt, wir kamen mit zwei Minuten Verfrühung um 17:26h am Montag den 15.05.2017 wieder am Hauptbahnhof in Hannover an.